Peter Südbeck

… wurde 1963 in Cloppenburg/Niedersachsen geboren. Schon als Kind interessierte er sich für die Vögel seiner Heimat. Das Diplom-Biologie-Studium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel schloss er mit einer öko-ethologischen Arbeit zum Thema „Revierbildung und Paarbindung beim Grauspecht“ ab.

Nach zwei Jahren in der ökologischen Freilandforschung und vielfältigem ehrenamtlichen Engagement im niedersächsischen Vogelschutz und -monitoring wurde er Dezernent für „Gastvögel“ in der Staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsen. Hier koordinierte er landesweit die weitgehend ehrenamtlich durchgeführten Wasser- und Watvogelzählungen, entwickelte das trilateral abgestimmte Monitoringprogramm zum Schutz des Wattenmeeres und erarbeitete Konzepte zum Umgang mit sog. Problemvogelarten, etwa Gänse oder Kormorane.

Mit Übernahme der Leitung der Staatlichen Vogelschutzwarte 1998 erweiterte sich sein Aufgabenspektrum auf den gesamten Vogelschutz im Land Niedersachsen wie die Umsetzung der Europäischen Vogelschutzrichtlinie incl. der Ausweisung Europäischer Vogelschutzgebiete im Rahmen von NATURA 2000, Monitoring- und Indikatorenkonzepte, Artenschutzprogramme sowie die Beratung von Politik, Verwaltung, Wissenschaft wie auch der Dialog mit der breiten Öffentlichkeit.

Nach Stationen im Niedersächsischen Umweltministerium sowie in der Direktion Naturschutz des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz übernahm er 2005 die Leitung der Nationalparkverwaltung und des UNESCO-Biosphärenreservates Niedersächsisches Wattenmeer.

Der Nationalpark umfasst annähernd die gesamte niedersächsische Wattenmeerregion und nimmt große Teile der Ostfriesischen Inseln mit auf. Dadurch entstehen vielfältige Möglichkeiten, Nationalparkarbeit mit den Menschen in der Region umzusetzen. So waren und sind seine Arbeitsschwerpunkte die nationalparkkonforme Ausgestaltung des Küstenschutzes und anderer Nutzungsansprüche, Renaturierungsmaßnahmen, die Weiterentwicklung der 18 Nationalparkinformationseinrichtungen und die Verankerung des Nationalparks in der Forschungslandschaft. Die enge Kooperation mit der regionalwirtschaftlich bedeutenden Tourismusbranche nahm nach der Anerkennung des Wattenmeeres zum UNESCO-Weltnaturerbe im Jahre 2009 Fahrt auf. Hier muss eine nachhaltige Entwicklung gesteuert werden, die insbesondere den landschaftlichen Besonderheiten Rechnung trägt und innovative Formate für ein besonderes Naturerlebnis hervorbringt. Die jährlich stattfindenden Zugvogeltage im Nationalpark sind ein Beispiel dafür. Den Ansatz einer nachhaltigen Tourismusentwicklung begreift er in enger Verknüpfung mit der Erweiterung des UNESCO-Biosphärenreservates Niedersächsisches Wattenmeer um eine Entwicklungszone im angrenzenden Binnenland, selbstverständlich gemeinsam mit den beteiligten Kommunen.

In den letzten Jahren haben internationale Aspekte seine Arbeit zunehmend bereichert: Neben der jahrzehntelangen wattenmeerweiten, trilateralen Zusammenarbeit mit den Niederlanden und Dänemark sowie deutschen Partnern sind verstärkt Kooperationen, wie die „Wadden Sea Flyway“ Initiative, hinzugekommen, die den Zugweg der Wattenmeervögel insgesamt betrachten und entsprechende Schutzbedingungen eruieren. Hier werden bspw. Schutzprojekte im westlichen Afrika unterstützt und vorangebracht.

Peter Südbeck ist im Vorstand der „Stiftung Vogelwelt Deutschland“ tätig und schreibt seit vielen Jahren an der Roten Liste der Vögel Deutschlands für die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft mit. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.