Wattenmeer-Nationalpark als Deutschlands schönste Wildnis ausgezeichnet

Silke Schneider, Michael Beier und Detlef Hansen zeigen das Bild des Fotografen Martin Stock, das bei Wettbewerb Deutschlands schönste Naturwunder die meisten Stimmen erhielt. -Foto: M. Stock

Silke Schneider, Michael Beier und Detlef Hansen zeigen das Bild des Fotografen Martin Stock, das bei Wettbewerb Deutschlands schönste Naturwunder die meisten Stimmen erhielt. -Foto: M. Stock

St. Peter-Ording. Deutschland hat gewählt: Der Nationalpark Schleswig-Holsteinische Wattenmeer ist Deutschlands schönste Wildnis. Das ist das Ergebnis eines Wettbewerbes der Heinz Sielmann Stiftung in Kooperation mit EUROPARC Deutschland e.V., bei der 13 Nationale Naturlandschaften zur Wahl standen. Silke Schneider, Staatsekretärin des Kieler Umweltministeriums, Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, Elke Baranek Geschäftsführerin von EUROPARC Deutschland und Nationalparkleiter Detlef Hansen hatten die Tümlauer Bucht bei St. Peter-Ording gewählt, um die ästhetische Strahlkraft des Wattenmeeres darzustellen.

„Unser Nationalpark ist bereits vielfach ausgezeichnet. Als Weltnaturerbe erfüllt es die Kriterien für bedeutsame geologische und ökologische Prozesse und für den Erhalt einer einzigartigen Artenvielfalt. Dieser Wettbewerb belegt, dass unser Wattenmeer auch unter ästhetischenGesichtspunkten top ist. Bei Niedrigwasser auf dem Meeresboden zu stehen und die unglaubliche Weite zu erleben, ist einfach großartig. Es ist ein Ort unfassbarer Schönheit“, sagte Silke Schneider ehrfürchtig und begeistert zugleich.

Mit der Wahl des schönsten Naturwunders will die Stiftung des berühmten Tierfilmers gemeinsam mit EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, für Deutschlands Wildnis werben. „Ob in den wilden Klippen des Harzes, in den unberührten Schluchtwäldern im Bayerischen Wald oder im Wattenmeer – die Dynamik und Kraft der Natur lässt sich an vielen Orten der Republik erleben“, sagte Michael Beier. Elke Baranek weist darauf hin, dass die Nationalen Naturlandschaften Hotspots der biologischen Vielfalt sind. Nicht einzelne Arten stehen dort im Brennpunkt, sondern die Vielfalt ganzer Ökosysteme, inklusive der Menschen die dort leben, arbeiten und die Natur genießen.

Detlef Hansen räumt ein, dass die Auszeichnung neben der Anerkennung auch eine Verpflichtung sei: „Das Wattenmeer ist eine der wenigen Naturlandschaften Europas, die noch auf großer Fläche urwüchsig und von Menschen weitgehend unverändert ist. Wir werden gemeinsam weiter dafür sorgen, dass die wilde Ursprünglichkeit des Nationalparks Wattenmeer
bewahrt bleibt“.

Die Watten der Tümlauer Bucht vor dem Leuchtturm von Westerhever haben Silke Schneider, Michael Beier, Elke Baranek und Detlef Hansen schon mal ins Bild gesetzt. - Foto: H. Brunckhorst

Die Watten der Tümlauer Bucht vor dem Leuchtturm von Westerhever haben Silke Schneider, Michael Beier, Elke Baranek und Detlef Hansen schon mal ins Bild gesetzt. – Foto: H. Brunckhorst

Nach der Übergabe der Anerkennungsurkunde offenbarte eine kleine Exkursion die Vielfalt, Wildnis und Schönheit dieses Gebietes. Die Frage, wie die Sielmann Stiftung und der Nationalpark kooperieren könnten, um das Gebiet noch besser zu schützen, kam dabei wie von selbst auf und wurde intensiv diskutiert.

Das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer, das sich von den Niederlanden bis nach Dänemark erstreckt und ist gleichzeitig der größte Nationalpark zwischen dem Nordkap und Sizilien. Echte Wildnis lässt sich dort an vielen Orten erleben. „Zum Beispiel in den Salzwiesen, die einen einzigartigen Lebens-raum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten. Oder auf dem bei Ebbe freigegebenen Meeresboden, der zu Fuß erkundet werden kann“, erläutert Detlef Hansen. Ein weiteres Highlight seien die Millionen Wat- und Wasservögel, die im Frühjahr und Herbst auf ihrem Zug Rast im Wattenmeer machen.

Mehr als 5000 Wählerinnen und Wähler beteiligten sich am Online-Voting zum schönsten Naturwunder 2016. Bei der nunmehr siebten Abstimmung wählten 31 Prozent das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer, gefolgt von der Bergwildnis im Nationalpark Harz (26 Prozent) und dem Darßer Weststrand im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (21 Prozent). Nach 2009 hat das Wattenmeer die Wahl bereits zum zweiten Mal gewonnen.