Jugendforum: UNESCO-Biosphärenreservate – Nachhaltig leben und wirtschaften

Im Jahr 2019 jährt sich zum 40. Mal die Ausweisung der ersten beiden Biosphärenreservate in Deutschland, die nach Erweiterungen und Namenänderungen heute als Biosphärenreservate Mittelelbe und Thüringer Wald in das Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate eingebunden sind. Bis in die jüngste Vergangenheit sind weitere Biosphärenreservate in Deutschland ausgewiesen worden, so dass die Gesamtzahl auf inzwischen 16 Gebiete angewachsen ist.

Rhönschafe – Das Symboltier der Rhön zählt zu den ältesten Nutztierrassen – Foto: Biosphärenreservat Rhön, Hessische Verwaltungsstelle

In Biosphärenreservaten wird das Zusammenleben von Mensch und Natur modellhaft entwickelt und erprobt. Eine nachhaltige Entwicklung in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen trägt zum Erhalt wertvoller Natur- und Kulturlandschaften bei. Gleichzeitig wird die regionale Wertschöpfung durch ein ausgewogenes Verhältnis von menschlicher Nutzung und natürlichen Kreisläufen gestärkt. Biosphärenreservate tragen damit dazu bei, die „Sustainable Developmet Goals“ (SDGs) zu erreichen, die in der „UN Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ formuliert wurden.
Alle UNESCO-Biosphärenreservate Deutschlands sind Teil der Dachmarke Nationale Naturlandschaften, die von EUROPARC Deutschland getragen wird.

Mit einem Jugendforum zum Thema „UNESCO-Biosphärenreservate – Nachhaltig leben und wirtschaften“ sollen junge Erwachsene mit nichtakademischem Hintergrund im Alter von 18-25 Jahren erreicht werden, die in einem Biosphärenreservat leben, arbeiten und/oder sich für diese engagieren.

Kooperationspartner

Alle 16 UNESCO-Biosphärenreservate Deutschlands sowie ggf. weitere UNESCO-Biosphärenreservate im Ausland (z.B. Luxemburg, Österreich und Schweiz)

Förderer

Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Laufzeit

01.10.2018 bis 31.01.2020 (16 Monate)

Projektbeschreibung

Junge Menschen mit nichtakademischem Hintergrund sind für die Biosphärenreservate eine besondere Zielgruppe: Auf der einen Seite sind es diejenigen, die für ihre Ausbildung und den Beruf häufig in der Region bleiben, stark verwurzelt sind und damit zur regionalen Identität genauso wie zur Stimmungslage in der Bevölkerung wesentlich beitragen. Auf der anderen Seite sind sie für Biosphärenreservatsverwaltungen mit gängigen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und durch Bildungsangebote nach bisheriger Erfahrung kaum zu erreichen. Mit ihnen in Austausch zu kommen, ihre Wahrnehmung der Selbstwirksamkeit in und für die Region zu stärken und ihre Perspektiven für die Weiterentwicklung der Biosphärenreservate aufzunehmen, ist Ziel des Projektes.

Dazu ist im September 2019 zum Thema „UNESCO-Biosphärenreservate – Nachhaltig leben und wirtschaften“ eine viertägige Veranstaltung für junge Erwachsene im Biosphärenreservat Rhön geplant. Ihre Erfahrungen aus dem Event werden die Teilnehmenden anschließend in „ihr“ Biosphärenreservat und ihr privates und berufliches Umfeld hineintragen. Konzipierte Projekte, die im Nachgang der Veranstaltung in den Biosphärenreservaten umgesetzt werden, sorgen für eine nachhaltige Wirkung, die die Teilnehmenden weiter an ihr Biosphärenreservat bindet und regional Aufmerksamkeit schafft.

Ziele des Projektes

Ziele des Vorhabens sind u.a.:

  • die stärkere Bindung der Zielgruppe an „ihr“ Biosphärenreservat
  • Förderung des Engagements von jungen Erwachsenen für Biosphärenreservate
  • Planung und Umsetzung eigener Projektideen
  • Steigerung ihrer Motivation durch bundesweiten Austausch und Vernetzung
  • öffentliche Aufmerksamkeit für Biosphärenreservate
  • Sammeln von Erfahrungen und Anregungen im Umgang mit der Zielgruppe für zukünftige Aktivitäten der Biosphärenreservate

Mit dem Projekt soll pilothaft ein Veranstaltungsformat entwickelt und erprobt werden, dass das Potential besitzt, in einem regelmäßigen Turnus (z.B. alle zwei oder drei Jahre in einem anderen Biosphärenreservat) etabliert werden zu können.

Durch eine breite Medienwirksamkeit der Veranstaltung (u.a. Kurzfilm und Projektkommunikation) die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Vorhaben frei zur Verfügung stellt, soll zudem ein großer Kreis an Interessierten erreicht werden.