Barrierefreie Naturerlebnisangebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum

Die Nationalen Naturlandschaften prägen den ländlichen Raum mit attraktiven, großflächig geschützten Landschaften. Hier ist Erholung in Urlaub und Freizeit möglich: Sind „sanfte“ naturbezogene Aktivitäten mit anderen Gäste-Angeboten in der Region gut vernetzt, können sie ein stimmiges Gesamterlebnis bieten. Wird die touristische Infrastruktur nach Kriterien der Barrierefreiheit entwickelt, kommt dies nicht allein Gästen mit Behinderungen zugute. Auch Teile der einheimischen Bevölkerung benötigen Barrierefreiheit oder nutzen einfach gern den bequemen Komfort, den barrierefreie Gestaltung bietet.

Insbesondere durch die demografische Entwicklung steigt die Nachfrage nach barrierefreien Angeboten stetig und bietet der Region auch wirtschaftliches Potential. Voraussetzung für sozioökonomische Effekte ist, dass entsprechende Angebote für Gäste und Einheimische wahrnehmbar sind. Notwendig sind detaillierte und verlässliche, das heißt geprüfte Informationen zur Barrierefreiheit. Ziel dieses Projektes ist es, das bundesweit einheitliche Informations- und Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ zur Bündelung und Entwicklung von Gesamterlebnissen in Nationalen Naturlandschaften zu nutzen und gemeinsam mit dessen Trägern, NatKo und DSFT, in Bezug auf Naturerlebnisangebote inhaltlich weiterzuentwickeln.

Kooperationspartner

Vier NNL-Modellregionen:  Nationalpark-Region Kellerwald-Edersee, Nationalpark-Region Hunsrück-Hochwald (gemeinsam mit Naturpark Saar-Hunsrück), Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg

Verbundprojektpartner: Tourismus für Alle Deutschland e.V. (NatKo) und Deutsches Seminar für Tourismus Berlin e.V. (DSFT)

Förderer

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL); Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble)

Laufzeit

10/2018 – 09/2021 (36 Monate)

Ansatz und Methodik

Verwaltungen der Nationalen Naturlandschaften sind in den Regionen oft gut vernetzt, sind verschiedentlich sogar Motoren der regionalen Entwicklung. Indem regionale touristische Netzwerke genutzt oder etabliert werden, kann auch das Thema Barrierefreiheit in der Region verankert werden. Das Projekt fördert Prozesse effizienter Vernetzung in vier Modellregionen. Die dabei erzielten Erfahrungen kommen auch anderen Nationalen Naturlandschaften bzw. naturgeprägten ländlichen Regionen zugute.

Die Gestaltung notwendiger Rahmenbedingungen für funktionierende regionale Netzwerke wird über den Zeitraum von drei Jahren durch das Projekt unterstützt, bis hin zur bewussten Thematisierung der nachhaltigen Wirkung und Kontinuität über das Projektende hinaus. Es gilt, gemeinsam mit den Akteuren Angebote entlang der touristischen Servicekette zu bündeln. Die so ausgewählten, bewusst zu entwickelnden barrierefreien Gesamterlebnisse erhalten auf der Basis des Systems „Reisen für Alle“ detaillierte, gesicherte Informationen für Gäste und Einheimische.

Weitere Best-Practice-Beispiele der Barrierefreiheit im ländlichen Raum werden durch Methoden der Sekundärforschung zusätzlich identifiziert, um deren regionalwirtschaftlichen und sozialen bzw. soziokulturellen Effekte im ländlichen Raum herauszuarbeiten. Die daraus entstehende praxisrelevante Argumentationshilfe soll es Entscheidungsträgern und Akteuren zukünftig erleichtern, aus guten Gründen die Umsetzung barrierefreier Angebote im ländlichen Raum zu unterstützen.

Projektergebnisse

Die Ergebnisse des Projekts werden in Form von Orientierungshilfen und Handlungsempfehlungen zusammengefasst. Eine abschließende Fachtagung dient der Information und Diskussion mit dem interessierten Fachpublikum.