Nationalparkregion Eifel als Modellregion für barrierefreies Naturerleben bestätigt

 

EUROPARC-Studie lobt vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Nationalpark und Naturpark

Schleiden-Gemünd, den 26. November 2015. Die Nationalparkregion Eifel ist beispielhaft für eine Urlaubsregion, die auf Naturerlebnis und Barrierefreiheit setzt. Dies ist das wichtigste Ergebnis der Studie, die im Rahmen des EUROPARC-Projektes „Vielfalt (er)leben ohne Barrieren: Barrierefreiheit und Inklusion in den Nationalen Naturlandschaften“, erstellt und heute öffentlich präsentiert wurde.

Die Evaluierung barrierefreier Angebote in der Nationalparkregion Eifel bestätigte eine erfolgreiche Umsetzung. Heute wurden die Ergebnisse im Nationalpark-Tor Heimbach vorgestellt. Die Projektbeteiligten von links nach rechts: Tobias Wiesen, zuständig für Barrierefreiheit im Nationalpark Eifel, und Michael Lammertz, Fachgebietsleiter Kommunikation und Naturerleben, von der Nationalparkverwaltung Eifel sowie Lothar Gerhards, Geschäftsführer Naturpark Nordeifel, Dr. Kai Pagenkopf vom Beratungsbüro NeumannConsult, EUROPARC-Projektleiterin Kerstin Emonds und Professor Marcus Herntrei von der Internationalen Hochschule Bad Honnef Bonn (IUBH). (Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke)

Die Evaluierung barrierefreier Angebote in der Nationalparkregion Eifel bestätigte eine erfolgreiche Umsetzung. Heute wurden die Ergebnisse im Nationalpark-Tor Heimbach vorgestellt. Die Projektbeteiligten von links nach rechts: Tobias Wiesen, zuständig für Barrierefreiheit im Nationalpark Eifel, und Michael Lammertz, Fachgebietsleiter Kommunikation und Natur-erleben, von der Nationalparkverwaltung Eifel sowie Lothar Gerhards, Geschäftsführer Naturpark Nordeifel, Dr. Kai Pagenkopf vom Beratungsbüro NeumannConsult, EUROPARC-Projektleiterin Kerstin Emonds und Professor Marcus Herntrei von der Internationalen Hochschule Bad Honnef Bonn (IUBH). (Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke)

Für die Untersuchung wurden im Nationalpark Eifel und im Naturpark Nordeifel ausgewählte Angebote auf ihre Barrierefreiheit hin überprüft. Deutlich wurde, dass die attraktive Angebotspalette für zahlreiche Gäste der Nationalparkregion Eifel ein wichtiger Grund ist, in diese Region zu fahren. Das bedeutet auch, dass das Angebot an barrierefreiem Naturerleben ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Nationalparkregion Eifel ist, das weiter gestärkt werden sollte. Sowohl die Verwaltung des Naturpark Nordeifel als auch des Nationalparks Eifel haben sich vor über zehn Jahren das Ziel gesetzt, die attraktiven Naturlandschaften auch für Menschen mit Behinderungen durch entsprechende Angebote erlebbar zu machen. „Die Schaf- fung von barrierefreien Naturerlebnisangeboten war das bisher umfangreichste und eines der erfolg- reichsten Projekte der Nationalparkregion“, so Lothar Gerhards, der Geschäftsführer des Naturparkes.

„Die partnerschaftliche Realisierung der Ziele einer barrierefreien Nationalparkregion ist hier dem Nationalpark Eifel gemeinsam mit dem Naturpark Nordeifel vorbildlich gelungen“, lobt EUROPARC-Projektleiterin Kerstin Emonds. Im Mittelpunkt des Projektes stehe die ungehinderte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Naturerlebnisangeboten. Hier sei die Region wegweisend für die Nationalen Naturlandschaften.

Große Anerkennung erfuhren der durchweg barrierefreie Naturerkundungspfad „Der Wilde Weg“ und der Naturerlebnisraum Wilder Kermeter im Nationalpark Eifel sowie das hohe Maß an Sensibilität und Hilfs- bereitschaft beteiligter Akteure und Touristiker.

Die wichtigsten und attraktivsten Angebote beider Großschutzgebiete wurden durch die unabhängigen Institutionen Neumann Consult, ein Beratungsbüro für Regionalentwicklung aus Münster und die Inter- nationale Hochschule Bad Honnef Bonn (IUBH) geprüft.

Die Ergebnisse gewannen sie aus Interviews mit Touristikern, Beherbergungsbetrieben, Rangern, Wald- führern, Mitarbeitern sozialer Organisationen sowie Betroffenen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Marcus Herntrei führten Studierende der IUBH Duales Studium zudem zahlreiche Interviews mit Gästen in der Nationalparkregion durch. Der Fragebogen lag zudem in Deutsch, Englisch und Niederländisch an den Nationalpark-Toren und weiteren Einrichtungen aus und konnte zudem im Internet beantwortet werden.

Zwar sei die barrierefreie Servicekette noch nicht vollständig geschlossen, so Dr. Kai Pagenkopf, vom Beratungsbüro Neumann Consult bei der Präsentation der Ergebnisse, jedoch gäbe es viele gute Ansätze, wie das Beispiel der Kombination der Umweltbildungseinrichtung „Wildniswerkstatt Düttling“ der Nationalparkverwaltung in Verbindung mit dem fußläufig gelegenen barrierefreien Nationalpark-Gästehaus der Nationalpark-Stadt Heimbach zeige.

Großes Lob erfuhr der barrierefreie Naturerkundungspfad "Der Wilde Weg": Hier ein ehrenamtlicher Nationalpark-Waldführer bei einer geführten Wanderung über den Wilden Weg (Foto: Deutsche Bahn AG / H.-D. Budde)

Großes Lob erfuhr der barrierefreie Naturer-kundungspfad „Der Wilde Weg“: Hier ein ehren-amtlicher Nationalpark-Waldführer bei einer geführten Wanderung über den Wilden Weg (Foto: Deutsche Bahn AG / H.-D. Budde)

"Der Wilde Weg" - ein Highlight im barrierefreien Naturerleben: Hier ein begehbarer Stammtunnel, der auf dem Wilden Weg neue Sichtweisen auf das Thema "Totholz" eröffnet (Foto: Deutsche Bahn AG / H.-D. Budde)

„Der Wilde Weg“ – ein Highlight im barrierefreien Naturerleben: Hier ein begehbarer Stammtunnel, der auf dem Wilden Weg neue Sichtweisen auf das Thema „Totholz“ eröffnet (Foto: Deutsche Bahn AG / H.-D. Budde)

Befragt nach ihrer Einschätzung zu den Erfolgsfaktoren des barrierefreien Naturerlebens im Naturpark und im Nationalpark, nannten die Interviewten neben den Schulungen und Sensibilisierungsveranstaltungen für Anbieter auch das frühe Einbinden von potenziellen Partnern aus Tourismus, Politik und Verwaltung. Die enge Kooperation mit Betroffenenverbänden gehört selbstverständlich dazu sowie die kompetente Beratung durch den externen Partner NatKo (Tourismus für Alle Deutschland e. V.) bei der Entwicklung von Produkten. Professionelles Vorgehen wurde zudem in der Vermarktung bescheinigt.

„Meinen besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle den zahlreichen Betroffenen, Experten und Helfern aussprechen, die uns während der vielen Jahre ehrenamtlich mit Rat und Tat unterstützt haben“, so Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung, „ohne ihr Engagement läge unser Ziel der barriere- freien Nationalparkregion Eifel noch wesentlich entfernter“.

Die Ergebnisse der Studie sollen in einen Leitfaden mit Best Practice Beispielen für andere Nationale Naturlandschaften fließen.

 Hintergrund

Der Nationalpark Eifel in Nordrhein-Westfalen (rund 110 km²) wird vom Naturpark Nordeifel (rd. 2.100 km², als Teil des Deutsch-Belgischen Naturparks Hohes Venn – Eifel) umschlossen. Der enge ökologisch- und ökonomisch-funktionale Zusammenhang beider Schutzgebiete sowie die intensive Zusammenarbeit des verantwortlichen Schutzgebietspersonals findet in der gemeinsamen Darstellung als „Nationalparkregion Eifel“ Ausdruck. Die Nationalparkregion Eifel besitzt einen hohen Erholungswert und zieht mit ihrer Kernkompetenz „Naturerlebnis und Umweltbildung“ jährlich viele Millionen Besucher vorwiegend aus den nahe gelegenen Ballungsgebieten (insbes. Köln-Bonn, Aachen-Maastricht, Rhein-Ruhr) an.

Seit mehr als 10 Jahren engagieren sich Naturpark Nordeifel und der 2004 gegründete Nationalpark Eifel gemeinsam für ein barrierefreies Naturerleben für Alle. Innerhalb der Projektinitiative „Eifel barrierefrei“ wurden unterschiedlichste Teilmaßnahmen von der Sensibilisierung der regionalen Akteure über Qualifizierung von Gastgebern bis hin zum Abbau von baulichen Barrieren in den Naturzentren und in Natur und Landschaft durchgeführt. Eine durchgängige touristische Servicekette für Menschen mit Behinderung in der Naturerlebnisregion Eifel zu entwickeln, ist das erklärte Ziel.

EUROPARC Deutschland e. V. ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften – das sind die Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate Deutschlands. 2014 startete EUROPARC das Projekt „Vielfalt (er)leben ohne Barrieren: Barrierefreiheit und Inklusion in den Nationalen Naturlandschaften“, gefördert von Aktion Mensch. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen bzw. Prozesse, die eine ungehinderte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Naturerlebnisangeboten ermöglichen. Praxiserfahrungen, unter anderem aus der Nationalparkregion Eifel, werden aufbereitet, um Verantwortungsträger in den Nationalen Naturlandschaften zu  sensibilisieren und Best Practice aufzuzeigen

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