Mitgliederversammlung von EUROPARC Deutschland e.V.

EUROPARC Deutschland – der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften trifft im Naturpark TERRA.vita wichtige Entscheidungen

Anlässlich der Mitgliederversammlung von EUROPARC Deutschland e. V. im Naturpark TERRA.vita, Osnabrück

Am 24. Mai fand auf Einladung von EUROPARC Deutschland e. V. die jährliche Mitgliederversammlung im Museum am Schölerberg in Osnabrück statt. Gastgeber war der Naturpark Terra.vita, der in 2012 sein 50-jähriges Bestehen feiert.

EUROPARC Deutschland vereint als Dachverband der Nationalen Naturlandschaften die deutschen Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks. Die Mitgliedschaft einschlägiger NGO`s , wie z. B. Naturschutzverbände oder Stiftungen ergänzt die Verbandsstruktur und fördert wertvolle Synergien. Im Zusammenschluss ist es den Verbandsmitgliedern möglich, gemeinsame Vorhaben zu initiieren und den Nationalen Naturlandschaften eine sichtbare Stimme zu geben.

Nicht nur zufällig fand die Mitgliederversammlung in diesem Jahr zeitgleich zum Europäischen Tag der Parke statt. Jährlich am 24. Mai stehen die europäischen Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks mit gemeinsamen Aktionen im Focus. Das Datum geht auf den 24. Mai 1909 zurück, als in Schweden neun Nationalparks als erste Schutzgebiete dieser Art in Europa ausgewiesen wurden. In Deutschland finden rund um den Tag der Parke im Monat Mai vielfältige Veranstaltungen statt, mit denen die Nationalen Naturlandschaften auf sich aufmerksam machen.

Stefan Birkner, Umweltminister des Landes Niedersachsen, dessen Besuch der Veranstaltung aus terminlichen Gründen leider verhindert wurde, unterstützt die wichtige Arbeit von EUROPARC Deutschland e.V.. Er betont die Wichtigkeit des Zusammenschlusses: „Sie vereinen hier die schönsten Landschaften Deutschlands. Von der Nordsee bis zu den Alpen finden wir national ein Naturerbe, das in seiner Vielfältigkeit auf vergleichsweise kleiner Fläche einzigartig ist. Einzigartigkeit, die auch einer globalen Sichtweise standhält, wie die Auszeichnungen unseres Wattenmeeres und der alten Buchenwälder zum UNESCO-Weltnaturerbe belegen. Dieses Erbe nachhaltig zu erhalten ist eine große Aufgabe. Ohne die Arbeit der vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht zuletzt des Engagements der zahlreichen Freiwilligen in den Schutzgebieten wäre dies nicht möglich. Das verdient große Anerkennung.“

Ihre gemeinsame Stimme nutzen die Mitglieder aktuell, um auf die Interessenskonflikte zwischen Naturschutz und der voranschreitenden Energiewende aufmerksam zu machen. In dem Papier fordert EUROPARC Deutschland e.V. die Verantwortlichen des Bundes und der Länder auf, beim schnellen Umstieg auf regenerative Energiemodelle, das Augenmaß im Hinblick auf die wertvollen jahrelangen Schutzbemühungen in den Gebieten zu behalten. Interessenskonflikte manifestieren sich vor allem in Flächenkonkurrenzen. „Im Minimum müssen Naturschutzgebiete, Nationalparks und die Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten zukünftig als „Tabuzonen“ deklariert werden, die darüber hinaus durch ausreichend große Pufferzonen zu schützen sind“, so Guido Puhlmann, Vorstandsvorsitzender von EUROPARC Deutschland. „ Schon aus Gründen unseres ureigenen Selbstverständnisses in Verantwortung der Schutzgebiete tragen wir die Energiewende uneingeschränkt mit. Wir werden aber auch darauf achten, dass unsere wertvollen Flächen nicht vorschnell der „umweltfreundlichen“ Energiegewinnung zum Opfer fallen.“

Auch die Bundesregierung ist gut beraten, den bestehenden Schutzgebieten weiterhin den größtmöglichen Schutzstatus zuzusprechen. Ansonsten drohen eigene Interessens- und Glaubwürdigkeitskonflikte. Um das internationale Übereinkommen über die biologische Vielfalt zu erfüllen, ist es , neben der Energiewende, ein Regierungsziel, einen Anteil von 2% Wildnis bundesweit zu etablieren. Dieses im Rahmen der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ fixierte Vorhaben, kann nur über den Erhalt des aktuellen strengen Schutzstatus in allen Gebieten realisiert werden. Wildnis mit Windrädern, Solarparks oder den Anbau von Energiepflanzen gibt es nicht.

In der Mitgliederversammlung wurde eine Satzungsänderung beschlossen. Weiterhin fanden turnusmäßig in diesem Jahr Vorstandswahlenstatt. Guido Puhlmann , Leiter des Biosphärenreservates Mittelelbe, wurde in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender bestätigt. Seine Stellvertreter für die einzelnen Schutzgebietskategorien heißen Karl-Friedrich Sinner (Nationalparks), ebenfalls in seiner zweiten Amtszeit, sowie als neue Vorstandsmitglieder Christian Unselt (Vorsitzender Stiftung Nationales Naturerbe) und Hartmut Escher (Geschäftsführer Terra vita, Osnabrück).

Vorstand_ED_2012

Vorstand 2012 von EUROPARC Deutschland e. V.

 

Schlagwörter: