Jugend schafft Vielfalt: Pflanzung einer Streuobstwiese im UNESCO-Biosphärenreservat Südost-Rügen

Auf einer Brachfläche und auf einem ehemaligen kleinen Gartenstandort im Ortsteil Blieschow der Gemeinde Lancken-Granitz wird mit tatkräftiger Unterstützung von Junior Ranger+-Gruppen, Unternehmen und Mitarbeitern des Biosphärenreservats eine Streuobstwiese angelegt. Am 18. Mai 2018 werden alte Obstsorten gepflanzt, damit traditionelle Naturschätze noch von zukünftigen Generationen genossen werden können. Abgegrenzt wird diese Kleinoase der Artenvielfalt durch Blühhecken und strauchwüchsige Obstgehölze. Zukünftig wird die Pflege und die Ernte durch die Ranger und Junior Ranger+ des Biosphärenreservatsamtes erfolgen, um so zu einem besonderen Lernort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden.

 

Anlegen einer Streuobstwiese im Biosphärenreservat Südost-Rügen

Die Nationalen Naturlandschaften (NNL), zu denen auch das UNESCO-Biosphärenreservat Südost-Rügen zählt, und der Dachverband EUROPARC Deutschland e.V. haben das Ziel, die biologische Vielfalt zu bewahren und die Menschen dafür zu gewinnen, sich aktiv im Naturschutz zu beteiligen. Auch im Biosphärenreservat Südost-Rügen spielt die Einbindung von Kindern und Jugendlichen durch Bildungsarbeit eine sehr wichtige Rolle. Das Junior-Ranger-Programm wurde von EUROPARC Deutschland initiiert und ist als Bildungsprogramm eine beliebte Freizeitbeschäftigung: Kinder und Jugendliche begeistern sich für die biologische Vielfalt, setzen sich aktiv für Natur- und Umweltschutz ein und arbeiten in einem deutschlandweiten Junior-Ranger-Netzwerk zusammen. Junior Ranger+ sind Jugendliche, die dem Kinderprogramm entwachsen sind und nun ihr Wissen ausbauen und an nachfolgende Generationen weitergeben.

Dass sich die Jugendlichen für den Erhalt von Streuobstwiesen begeistern, ist phantastisch, denn Streuobstwiesen beherbergen deutschlandweit einen genetischen Pool von 3.500 alten Obstsorten und bieten Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Doch in den vergangenen Jahrzehnten gerieten Streuobstwiesen als traditionelle Form des Obstanbaus fast in Vergessenheit. Der ursprüngliche Bestand nahm derart ab, dass Streuobstwiesen heute auf der Roten Liste für gefährdete Lebensräume stehen: Deutschlandweit sind diese wertvollen Kulturlandschaften von einer starken Gefährdung oder gar von der fast vollständigen Vernichtung bedroht.

Das Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen ist auf die Unterstützung von Dritten angewiesen, um diese bedrohten Lebensräume zu erhalten. Da passt es gut, dass auch der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften EUROPARC Deutschland e.V. sich bundesweit für die Förderung von Streuobstwiesen und anderer Naturschutzprojekte einsetzt. EUROPARC Deutschland konnte die BNP Paribas Real Estate Consult GmbH, eine Gesellschaft des Immobilienberaters BNP Paribas Real Estate, gewinnen, sich maßgeblich an der finanziellen Umsetzung des Projekts zu beteiligen. Die Vermittlungsplattform „Marktplatz Natur“ (www.marktplatz-natur.de) zeigt den Bedarf an finanzieller Unterstützung durch Unternehmen und Privatpersonen für Naturschutzprojekte in den Nationalen Naturlandschaften auf und schafft Verbindungen zwischen Förderern und Geförderten.

BNP Paribas Real Estate Consult begründet seine Unterstützung folgendermaßen: „Die Bäume für die Streuobstwiese, welche am 18. Mai in die Erde gesetzt werden, stehen symbolisch für unser funktionierendes Team, das in den letzten Jahrzenten stark, aber gleichzeitig organisch und von innen heraus, von 10 auf 80 Mitarbeiter gewachsen ist. Auch zukünftig soll diese Entwicklung nachhaltig, gesund und stabil fortgesetzt werden,“ so Hermann Horster, Hamburger Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate Consult GmbH und Leiter Nachhaltigkeit. Die Gesellschaft hatte die Mitarbeiter gefragt, welches Projekt zum 30-jährigen Firmenjubiläum unterstützt werden soll. Schnell war klar, dass ein nachhaltiges Umweltprojekt ganz oben auf der Liste stand.

 

Auch zertifizierten Partnerunternehmen des UNESCO-Biosphärenreservats Südost-Rügen beteiligen sich an der Schaffung biologischer Vielfalt, indem sie beispielsweise das Saatgut für die Blühweisen finanzieren. Der Tag auf der Streuobstwiese geht für alle Beteiligten mit dem Genuss von Streuobstwiesensaft zu Ende – so wird die Sorten- und Artenvielfalt auch zu einem vielfältigen Geschmackserlebnis für den Gaumen.