Ideenwettbewerb in den Biosphärenreservaten: Drei Finalisten stehen fest!

Initiatoren

Die UNESCO-Biosphärenreservate sind Teil der Nationalen Naturlandschaften und zeichnen sich durch ein ausgewogenes Verhältnis von menschlicher Nutzung und natürlichen Kreisläufen aus. Als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung sind sie dabei wahre Brutstätten für innovative Ideen. Viele der guten Einfälle verlieren sich jedoch auf dem Weg von der Idee zur Realisierung.  Dabei mangelt es oftmals nicht an Engagement, die Ursache ist vielmehr in finanziellen und personellen Engpässen zu finden. An dieser Stelle möchte die Kooperation von EUROPARC Deutschland e.V., Honda und den UNESCO-Biosphärenreservaten mit dem diesjährigen Ideenwettbewerb ansetzen.

Die Zusammenarbeit der Akteure blickt auf eine langjährige Tradition zurück. Honda Deutschland ist im Technologiebereich selbst Vorreiter für innovative und nachhaltige Produkt- und Produktionsprozesse. Im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements engagiert sich der Technologiekonzern in Zusammenarbeit mit EUROPARC Deutschland e.V. bereits seit 2004 in den UNESCO-Biosphärenreservaten.

Ziel und Idee

Im Rahmen des Wettbewerbs suchten die Initiatoren neue Projektideen, die einen erkennbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten und in UNESCO-Biosphärenreservaten umgesetzt werden können. Dabei achtet die bewertende Jury auch auf die Übertragbarkeit auf andere Regionen ebenso wie auf strukturgebende Maßnahmen, die einen Fortbestand des Projektes sichern. Eingereicht werden konnten dabei Projekte aus unterschiedlichsten Bereichen wie bspw. Bildung, erneuerbare Energien oder Mobilität.

Verlauf

Im zweistufigen Wettbewerb wurden im ersten Durchlauf drei Finalisten ermittelt, die mit jeweils 9000 Euro honoriert werden. Dieses Preisgeld ist zweckgebunden und dient den Teilnehmern zur Erstellung einer umfassenden Projektkonzeption bis zur Umsetzungsreife. Nach Aufruf zum Wettbewerb hatten die Biosphärenreservate zweieinhalb Monate  Zeit ihre Ideen zu sammeln, zu skizzieren und mittels eines standardisierten Projektsteckbriefes einzureichen. Die Bewertung der Jury erfolgte unabhängig voneinander mithilfe eines Punktwertesystems, das von EUROPARC Deutschland e.V. als unabhängige Institution in Anlehnung an die vorgegeben Projektkriterien erarbeitet wurde.

Die drei Finalisten haben im Anschluss 5 Monate Zeit ihre eingereichten Projektideen konkret zu konzeptionieren. Anfang 2014 stellen sie sich dann abermals der Jury – das beste Projekt aus den drei Finalisten erhält einen Anerkennungspreis von 3000 Euro und wird vom Wettbewerbsteam fachlich bei der Akquise weiterer Mittel für das Vorhaben unterstützt.

Die Jury

In der Jury sind vertreten:

Karl Friedrich Sinner ist stellvertretender Vorsitzender von EUROPARC Deutschland e.V. Die gemeinnützige Organisation bringt Fachleute und Interessierte aus Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten sowie Nicht-Regierungs-Organisationen an einen Tisch.

Katsushi Inoue verantwortet als Präsident die Aktivitäten von Honda Deutschland. Seit 2004 engagiert sich das Technologieunternehmen in den deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten.

Dr. Lutz Möller leitet den Fachbereich Wissenschaft der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK). Eines der wichtigsten Themen in diesem Fachbereich der DUK sind die UNESCO-Biosphärenreservate.

Martin Waldhausen ist seit 2010 Vorsitzender des deutschen Nationalkomitees für das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) und Referatsleiter im Bundesumweltministerium.

 Die Finalisten

Bei insgesamt 18 Ideen, welche die Initiatoren erreichten, taten sich die Jurymitglieder nicht leicht in der Entscheidungsfindung. Es setzten sich folgende drei Projektideen durch:

 

Nachhaltigkeit er“leben“ im Biosphärenreservat Bliesgau

Das Projekt „Nachhaltigkeit er“leben“ im Biosphärenreservat Bliesgau beeindruckte die Jurymitglieder durch ein ganzes Bündel an geplanten Maßnahmen, das im Biosphärenreservat Bliesgau gemeinsam mit dem Berufsbildungszentrum St. Ingbert verwirklicht werden soll. In Zusammenarbeit mit Schülern, Lehrern und regionalen Akteuren wird anhand verschiedener  Gesichtspunkte der Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Naturschutz in das tägliche Leben der Bildungseinrichtung getragen. Das Projekt setzt dabei mit einem Maßnahmenkatalog an, der von Ernährung mit regionalen Produkten über Energie sparende Maßnahmen bis hin zu emissionsarmer Mobilität reicht. Dabei haben alle Teilbereiche nicht nur einen direkten positiven Einfluss im Hinblick auf den Klimaschutz, sondern verstehen sich gleichzeitig als Maßnahme einer Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Sensibilisierung nachfolgender Generationen für ökologische Aspekte über die Grenzen des Biosphärenreservates hinaus. Gleichzeitig fördert es die regionale Akzeptanz des Biosphärenreservates durch die Einbindung von regionalen Akteuren.

Umweltfreundlich unterwegs im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Auch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin konnte mit seiner Projektidee die Jury begeistern. Um die touristisch günstige Anbindung an die Metropole Berlin nachhaltig zu nutzen, soll im Zuge einer umweltfreundlichen Mobilität mit dem Aufbau eines intelligenten E-Mobilitätssystems im Schutzgebiet begonnen werden. „Zielsetzung des Projekts ist der Aufbau einen intelligenten Netzwerks von Sharing- und Ladestationen für Null-Emissionen-Fahrzeuge, die durch regenerative Energien gespeist werden.“ Für eine hohe Benutzerfreundlichkeit sorgt eine interaktive App, mit der die Lage von Ladestationen abgerufen und entsprechende Fahrzeuge reserviert werden können. Auf dem Weg zur Null-Emissionen-Mobilität im Biosphärenreservat als Modellregion kann dieses Projekt einen entscheidenden Schritt darstellen. Die  Anwendbarkeit des Modells auf andere Regionen und die innovative Kombination verschiedener umweltfreundlicher Mobilitätsoptionen hat die Mitglieder der Jury überzeugt.

Ökonomie trifft Naturschutz im Biosphärenreservat Spreewald

Eine überzeugende Konzeptidee zur energetischen Nutzung von Landschaftspflegematerial als alternative Strategie zum Erhalt der Kulturlandschaft entwickelte das Biosphärenreservat Spreewald. Diese besondere Bodenstruktur und der begrenzte Einsatz von Dünger und Pestiziden erschwert die traditionelle Nutzung der Weideflächen in den sensiblen Moorgebieten. Das Biosphärenreservat möchte dafür ein Konzept zur schonenden und dennoch wirtschaftlich rentablen Nutzung der Flächen im Sinne einer ökologischen Kreislaufwirtschaft entwickeln. Besonders innovativ befand die Jury das Zusammenwirken von ökologischen Aspekten und nachhaltiger Bewirtschaftung in diesem Projekt. Dabei werden die Ziele Naturschutz und Moorerhalt mit einem ökonomisch tragfähigen Verwertungskonzept für die Biomasse im Sinne der Kreislaufwirtschaft verbunden. Langfristig kann dies bei Übertragung auf andere Regionen einen entscheidenden Beitrag nicht nur zum Klimaschutz sondern auch zum Schutz der wenigen in Deutschland erhaltenen Moorregionen dienen.

 

Weitere Informationen zum Ideenwettbewerb finden Sie unter

www.europarc-deutschland.de/honda

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