EUROPARC Deutschland e.V. veranstaltete Side Event auf internationaler Biodiversitätskonferenz COP 11 in Indien

Das Engagement Deutschlands im Qualitätsmanagement der Nationalparks wurde internationalen Delegierten präsentiert
Ziel des Side Events (15. Oktober 2012) war es, die erstmalige Evaluierung der deutschen Nationalparks als ein mögliches Modell für die Überprüfung der Managementeffektivität von Schutzgebieten vorzustellen. Mit der Präsentation des EUROPARC-Projekts, das sowohl die internationalen Vorgaben zur Messung der Effizienz des Nationalpark-Managements  als auch das europäische und deutsche Naturschutzrecht  als Grundlage hat, sollten die gesammelten positiven Erfahrungen aus dem deutschen Evaluierungsprozess auch international bekannt gemacht werden. Die Side Events fanden während den Vertragsverhandlungen der Regierungsvertreter statt und werden genutzt, um den internationalen Delegierten vorbildliche Biodiversitäts-Projekte aus aller Welt vorzustellen. Referenten waren Karl Friedrich Sinner (Stellvertretender Vorsitzender, Projektleiter) und Andrea Hoffmann (Projektkoordinatorin).

Vortrag eröffnete breites Diskussionsspektrum
Unter den etwa 15 – 20 Teilnehmenden aus verschiedenen Nationen (u.a. Finnland, UK China, Japan, Deutschland, Australien, Indien, Korea) und Organisationen (IUCN, DNR, NAJU etc.) entbrannte eine rege Diskussion zu internationalen Berichtspflichten, Schutzgebietskategorien der IUCN, Finanzierungsinstrumenten für Schutzgebiete, Nutzungskonflikten, Managementstrategien und der konkreten Evaluierungspraxis. Im Rahmen des Side Events wurde eine Einladung nach China zum 30. Jubiläum der chinesischen Wald-Nationalparks ausgesprochen. Den Vortrag und die hieran anschließende Diskussion können Sie als WebCast unter folgendem Link einsehen: WebCast.

Side Event zum Qualitätsmanagement der deutschen Nationalparks vor internationalen Delegierten

Side Event zum Qualitätsmanagement der deutschen Nationalparks vor internationalen Delegierten

Unterstützt wurde das Side Event im Rahmen der Nationalpark-Evaluierung vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Zusammenwirken mit den Ländern unter Koordination von EUROPARC Deutschland.

COP 11 schließt mit Finanzierungszusagen der Industrieländer, die Entwicklungsländer bei der Umsetzung der internationalen Biodiversitätsziele stärker zu unterstützen
Nach zähem Ringen sicherten die Industrieländer zu, ihre Finanzmittel zur Unterstützung der Anstrengungen der Entwicklungsländer zur Umsetzung der internationalen Biodiversitätsziele bis 2015 auf umgerechnet 7,7 Milliarden Euro zu verdoppeln (im Vergleich zum Referenzniveau im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2010).

Gleichzeitig verpflichteten sich die Vertragsstaaten, ihre nationalen Anstrengungen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu intensivieren.

Weitere Berichte und Einschätzungen zu den Ergebnissen der COP 11 finden Sie u.a. hier:
−       Pressemitteilung der CBD (englisch)
−       Meldung des BMU  (deutsch)
−       Pressemitteilung der deutschen Umweltverbände (deutsch)

Hintergrund: Conference of the Parties – Entscheidungsgremium des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD)
Die CBD-Vertragsstaatenkonferenzen, die alle zwei Jahre stattfinden, sind das oberste politische Entscheidungsgremium des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) für dessen Umsetzung. Mehr als 10.000 Teilnehmer aus 193 Vertragsstaaten der CBD nahmen an der COP 11 (8. – 19. Oktober 2012) im indischen Hyderabad teil. Die nächste COP 12 findet 2014 in Südkorea statt. Die letzte COP 10 fand 2010 in Nagoya, Japan statt. 2008 war Deutschland Gastgeber der UN-Biodiversitätskonferenz.

Der indische Bundesstaat Andhra Pradesh heißt die Delegierten der COP 11 willkommen, Quelle: EUROPARC Deutschland

Der indische Bundesstaat Andhra Pradesh heißt die Delegierten der COP 11 willkommen, Quelle: EUROPARC Deutschland

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt wurde 1992 als völkerrechtlicher Vertrag auf der UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro beschlossen. Die drei Ziele des von 193 Vertragsstaaten getragenen Übereinkommens sind der Schutz der Biodiversität, ihre nachhaltige Nutzung und der gerechte Ausgleich der sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergebenden Vorteile.

Pressekontakt

EUROPARC Deutschland e. V.
Andrea Hoffmann (Projektkoordination)
E-Mail: andrea.hoffmann@europarc-deutschland.de
Tel.: 030 / 288 788 2-10

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