EUROPARC Deutschland e.V. prämiert gemeinsam mit der Town & Country Stiftung zwei innovative Projektarbeiten im BundesUmweltWettbewerb 2017 mit dem Sonderpreis „Taten für die Natur“.

Prof. Dr. Mojib Latif, Klimaforscher am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, eröffnete am Samstag, den 16. September 2017, mit einem Festvortrag zum Thema „Meere und Klimawandel“ die Preisverleihung in den Räumlichkeiten der Kunsthalle zu Kiel. Der jährlich ausgeschriebene BundesUmweltWettbewerb mit dem Motto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ zeichnet Schülerinnen, Schüler und junge Erwachsene aus ganz Deutschland aus, die mit ihren Projekten Ursachen von Umweltproblemen auf den Grund gehen und den Problemen mit Kreativität und Engagement entgegentreten.

Mit dem Sonderpreis „Taten für die Natur“ wurden in diesem Jahr gleich zwei Projektteams ausgezeichnet. In der Altersklasse der 10- bis 16-jährigen (BUW I) erhielten die beiden jungen Forscherinnen Mereth Kleikamp (Jg. 2001) und Sarah Ruf (Jg. 2001) aus Baden-Württemberg den begehrten Sonderpreis für ihre Untersuchungen zur effektiven Wachstumsminderung des Riesen-Bärenklaus. In der Altersklasse der 17- bis 21-jährigen wurden Max Bremkes (Jg. 1998), Tim Kocks (Jg. 1999) und Lukas Stemper (Jg. 1998) aus Nordrhein-Westfalen für ihre Arbeit zu Mikroplastik im Oberhausener Abwasser ausgezeichnet. Die Preise überreichte Jan Wildefeld, Leiter Jugend und Bildung von EUROPARC Deutschland e. V.

Der Riesen-Bärenklau – Schön, aber ein ökologisches Problem
Einst war er ein Geschenk an Fürst von Metternich. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts breitet sich der Riesen-Bärenklau nun in zunehmendem Maße in Europa und somit auch in Deutschland aus. Obwohl die Pflanze schon aufgrund ihrer Höhe, oft über drei Meter, auf Betrachter ästhetisch wirkt, birgt sie zahlreiche Probleme ökologischer, ökonomischer und auch gesundheitlicher Art. Der Neophyt verdrängt einheimische Pflanzenarten, führt im Grünland zu Ertragsverlusten, verstärkt an Gewässerufern die Bodenerosion und schadet aufgrund phototoxischer Fucocumarine, die in Verbindung mit UV-Strahlung Verbrennungen verursachen, Menschen und Tieren. In ihrem Projekt untersuchen Mereth Kleikamp und Sarah Ruf seit nunmehr zwei Jahren unterschiedliche Methoden, um das Wachstum und die weitere Ausbreitung dieser Pflanzenart auf natürliche Weise einzudämmen. Während die Naturschützerinnen im ersten Forschungsjahr Feuer-, Abdeck-, Abschneide-, Blütenabschneide-, Ausstech- und Konkurrenzversuche mit Weiden erprobten, haben sie ihr Projekt im zweiten Forschungsjahr um Versuche mit weiteren Abdeckmethoden, Lichtmessungsversuchen sowie Konkurrenzversuchen mit Eiben und Gräsern ergänzt. Zusätzlich wurde die Untersuchung um eine landkreisweite Kartierung der Riesen-Bärenklau-Vorkommen erweitert. Als Ergebnis ihrer Versuchsreihen empfehlen die beiden Gymnasiastinnen bei einzelnen Pflanzen das Ausstechen der Wurzeln aus dem Boden und bei größeren Pflanzenansammlungen das oberflächliche Abdecken mit selbstzersetzendem Mulchvlies.

Die beiden jungen Forscherinnen und Sonderpreisträgerinnen im BUW (10- bis 16-Jährige), Mereth Kleikamp und Sarah Ruf, gemeinsam mit Jan Wildefeld (EUROPARC Deutschland e.V.) vor ihrem prämierten Projektposter zum Thema „Der Riesen-Bärenklau – Schön, aber ein ökologisches Problem“. Bild: Manuel Vogel | SFZ Südwürttemberg

Mikroplastik im Oberhausener Abwasser – Analyse und Vermeidungsstrategien
Mikroplastik stellt seit einigen Jahren eine zunehmende Bedrohung für alle Lebewesen dar, da es sich in Nahrungsnetzen anreichert. Die Partikel bis zu einer Korngröße von fünf Millimetern gelangen unter anderem als Bestandteile von Kosmetikprodukten oder als Kunststofffasern von Kleidungsstücken über das Abwasser meist ungefiltert in die Gewässer. Das Projekt von Max Bremkes, Tim Kocks und Lukas Stemper zur Belastung des Oberhausener Abwassers mit Mikroplastik hat das Ziel, die Eintragspfade von Mikroplastik in Gewässer ausfindig zu machen, um dadurch Rückschlüsse auf mögliche Verursacher des Mikroplastikeintrags zu ziehen.

Sie entnahmen dazu an ausgewählten Orten Proben und untersuchten diese auf Mikroplastik. Die Untersuchung erfolgte semiquantitativ mit Hilfe der Mikroskopie in den Laboren der Schule und zusätzlich im Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT. Mit ihren Ergebnissen konnten die drei Gymnasiasten belegen, dass Belastungen durch Mikroplastik im gesamten Untersuchungsgebiet auftreten und dass diese unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Beispielsweise verstärkt Regen den Mikroplastikeintrag besonders im Bereich stark befahrener Straßen. Zudem bestehen Unterschiede zwischen den Proben der Entnahmeorte, die Rückschlüsse auf die Herkunft des Mikroplastiks ermöglichen. Ausgehend von ihren Ergebnissen schlagen die Gymnasiasten generelle Reduzierungsmöglichkeiten des Eintrags von Mikroplastik in die Gewässer vor.

Das Projekt von Tim Kocks, Lukas Stemper und Max Bremkes zur Belastung des Oberhausener Abwassers mit Mikroplastik wurde im BUW II (17- bis 20-Jährige) mit dem Sonderpreis „Taten für die Natur“ honoriert. Personen v.l.n.r: Jan Wildefeld (EUROPARC Deutschland e.V.), Tim Kocks, Lukas Stemper, Max Bremkes (Heinrich-Heine-Gymnasium Oberhausen), Petra Giebel (Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW) sowie Dr. Marc Eckardt (Geschäftsführung BundesUmweltWettbewerb).

Hintergrund zum BundesUmweltWettbewerb
Der BundesUmweltWettbewerb (BUW) ist ein jährlich durchgeführter, bundesweiter Projektwettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene. Der BUW wird seit 1990 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) ausgeschrieben und durchgeführt. Ziel des BUW ist die Förderung des Umweltwissens der Teilnehmenden sowie von Selbstständigkeit, Kreativität und Engagement zur Problemlösung im Umweltbereich. Gemäß dem Wettbewerbsmotto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ sollen umweltinteressierte Teilnehmende Ursachen und Zusammenhänge von Umweltproblemen erkennen, nachhaltige Problemlösungen finden und diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch in die Tat umsetzen.

Über EUROPARC Deutschland e. V. und die Nationalen Naturlandschaften
Durch Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks und Wildnisgebiete – die Nationalen Naturlandschaften – wird unsere einzigartige Natur in Deutschland geschützt und bewahrt. EUROPARC Deutschland e.V. ist der gemeinnützige Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Der Verein setzt sich seit über 25 Jahren für den Schutz und den Erhalt der Schutzgebiete in Deutschland ein. Hierbei nimmt die Einbindung der Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein. Programme wie „Junior Ranger“ (www.junior-ranger.de) und „Ehrensache Natur“ (www.ehrensache-natur.de) laden zum Mitmachen ein und leisten einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz, zur Bildung und zum ehrenamtlichen Engagement in den Nationalen Naturlandschaften.

Kontakt
Dr. Elke Baranek, Geschäftsführung EUROPARC Deutschland e. V.
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Über die Town & Country Stiftung

Die Town & Country Stiftung wurde 2009 von Gabriele und Jürgen Dawo ins Leben gerufen mit dem Anliegen, unverschuldet in Not geratenen Hauseigentümern und benachteiligten Kindern zu helfen. Die Arbeit der Stiftung wird durch die Spendenbereitschaft der Town & Country Lizenzpartner des Town & Country Franchise-Systems ermöglicht.

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