Europäische Kollegen lernen Regionalentwicklung und Tourismus in Nationalen Naturlandschaften kennen

Im Rahmen des Projekts „Akteure aus Nationalen Naturlandschaften im internationalen Kompetenzaustausch“ (ANNIKA) lud EUROPARC Deutschland vom 14. bis 18. Mai sieben haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus europäischen Schutzgebieten zum Studienaufenthalt „Regionalentwicklung und Tourismus in Schutzgebieten“ in deutsche Nationalparks ein.

Gruppe steht auf Brücke

Zu Gast im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer: Teilnehmende des Studienaufenthaltes „Regionalentwicklung und Tourismus in Schutzgebieten“ © EUROPARC Deutschland

Im Müritz-Nationalpark und Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer bekamen die Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Niederlanden, Spanien, Portugal, Italien, Slowenien, Ungarn und Schweden die einmalige Möglichkeit, Best-Practice-Beispiele in den Bereichen Regionalentwicklung und Tourismus kennenzulernen. Wie schon während vorangegangener Studienaufenthalte, in welchen deutsche Teilnehmende Schutzgebiete im europäischen Ausland besuchten, stand auch bei diesem Studienaufenthalt der Austausch von Erfahrungen, Fachwissen und Ideen untereinander sowie mit den Gastgeber-Schutzgebieten im Vordergrund.

Als besonders positiv wurde von den Gästen die deutschlandweite Partnerinitiative von EUROPARC Deutschland beurteilt. Ähnliche Ansätze in anderen europäischen Ländern stecken oft noch in ihren Anfängen oder fehlen sogar komplett, weshalb es die Gäste als umso spannender empfanden, Vorzeige-Partnerbetriebe beider Nationalparks kennenzulernen. Somit entwickelten sich rege Diskussionen mit den Inhabern eines Kanuverleihs und einer Fischerei im Müritz-Nationalpark sowie mit dem Leiter des Infozentrums der Schutzstation Wattenmeer auf der Hallig Hooge.

Auch die intensive Zusammenarbeit des Wattenmeer-Nationalparks mit Naturschutzorganisationen wie dem NABU oder der Schutzstation Wattenmeer und die erfolgreiche Einbindung der Freiwilligen in die Arbeit des Nationalparks wurde von den Teilnehmenden als besonders beeindruckend aufgefasst. Beide Verbände und ihre Freiwilligen sind sehr aktiv in den Bereichen Besucherbetreuung und Monitoring und unterstützen somit die tägliche Arbeit des Wattenmeer-Nationalparks.

Ein weiteres begeistert diskutiertes Thema drehte sich um das Zusammenspiel von Natur und Tourismus. Vor allem Teilnehmende aus der Balaton-Region klagten darüber, dass es oft schwierig ist, die Bevölkerung für den Schutz der Natur vor Ort zu begeistern. Das liegt unter anderem daran, dass der Tourismus im südlichen Europa oftmals den größten Wirtschaftsfaktor darstellt. Das Beispiel des Wattenmeer-Nationalparks, der zur Zeit seiner Gründung auch mit viel Gegenwind zu kämpfen hatte, veranschaulicht jedoch, wie durch eine starke Zusammenarbeit und offene Kommunikation mit der Bevölkerung Naturschutzkritiker überzeugt werden können. Heute, mit der uneingeschränkten Unterstützung der lokalen Bevölkerung, ist der Wattenmeer-Nationalpark ein positives Beispiel für den Mehrwert unberührter Natur und Biodiversität, die zur Attraktivität ganzer Regionen beisteuern und somit einen großen Beitrag zur Regionalentwicklung und Tourismus leisten.

Der Studienaufenthalt ermöglichte den europäischen Schutzgebietsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern Best-Pactice-Beispiele beider Nationalparks kennenzulernen, die sich nicht nur landschaftlich grundlegend unterscheiden, sondern auch bezüglich ihrer Herangehensweise in den Bereichen Regionalentwicklung und Tourismus. Aufgrund der angeregten Diskussionen und dem offenen Austausch untereinander war der Studienaufenthalt nicht nur eine bereichernde Erfahrung und Inspiration für die Teilnehmenden, sondern auch für die deutschen Gastgeber. Mit frischen Ideen und neuen Konzepten können nun beide Seiten wieder in ihren Arbeitsalltag zurückkehren und gewonnene Erkenntnisse alsbald in die Praxis umsetzen.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Weitere Infos zum Projekt „Akteure aus Nationalen Naturlandschaften im internationalen Kompetenzaustausch“ 

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