Bestehende Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinien unterstützen die Ziele der Nationalen Naturlandschaften

Berlin, den 08.05.2015 – Im Rahmen der Mitgliederversammlung von EUROPARC Deutschland e.V. am 6.-8. Mai 2015 in Stadland-Seefeld hat der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften seine Position zu den aktuellen Themen „Fitness Check der EU-Naturschutzrichtlinien“ und „Wildnis“ geschärft. Die Mitglied- schaft bestätigte den bestehenden Vorstand für eine weitere Amtszeit.

Mitglieder von EUROPARC Deutschland auf der Mitgliederversammlung in Stadland-Seefeld im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (Quelle: EUROPARC Deutschland)

Mitglieder von EUROPARC Deutschland auf der Mitgliederversammlung in Stadland-Seefeld im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (Quelle: EUROPARC Deutschland)

„Der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, EUROPARC Deutschland, ist für uns ein starker Partner. Gemeinsam tragen wir die Idee der Schutzgebiete in die Regionen hinein und über die Landesgrenzen hinaus“, unterstrich Rüdiger Strempel, Leiter des trilateralen Wattenmeersekretariats, in seiner Begrüßungsrede die wichtige Funktion von EUROPARC Deutschland für die Vernetzung und Entwicklung von Schutzgebieten. Landtagsabgeordneter Hans-Joachim Janßen stellte heraus, wie vielfältig die Programme und Projekte von EUROPARC Deutschland aufgestellt sind: „Die National- parks, Biosphärenreservate und Naturparks können so ihre Botschaften in verschiedenste gesellschaftliche Bereiche kommunizieren und die Menschen für die schönsten und wertvollsten Landschaften Deutschlands begeistern.“

Mit dem inhaltlichen Schwerpunkt der Mitgliederversammlung „Natura 2000 versus Wildnis“ positionierte sich EUROPARC Deutschland zur aktuellen Naturschutzdiskussion: Die Nationalen Naturlandschaften, die Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate, bilden in Deutschland in weiten Bereichen das Rück- grat des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Der Verband unterstützt deswegen die im Februar veröffentlichte Stellungnahme von NABU, BUND und WWF zum „Fitness Check der EU-Natur- schutzrichtlinien“. Er teilt die Aussage, dass zentrale Instrumente der EU-Naturschutzpolitik – die Vogel- schutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) – unverändert geeignet sind, um die Biodiversitäts- strategie der EU sowie die von Bund und Ländern umzusetzen. Eine Revision der Richtlinien lehnt EUROPARC ab, da diese zum jetzigen Zeitpunkt den Erfolg der Umsetzung in den Nationalen Naturland- schaften gefährden würde und begrüßt den gleichlautenden Beschluss der Umweltministerkonferenz. Ebenso stimmt EUROPARC Deutschland der dringenden Aufforderung des Verbändepapiers zu, dass Umsetzungsdefizite in den Mitgliedstaaten identifiziert und Sofortmaßnahmen zur Abhilfe entwickelt werden müssen. Die Entwicklung von Wildnisgebieten auf geeigneten Flächen betrachtet der Verband als komplementäre und ebenfalls zielführende Maßnahme, um Biodiversität und z.B. damit verbundene Forschung zu fördern. Er ruft die Bundesregierung dazu auf, das Erreichen 2% Wildnisziel der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt vermehrt zu unterstützen.
Die Fachdiskussion verdeutlichte die wichtigen ökologischen, umwelt- und gesellschaftspolitischen Funktionen der Nationalen Naturlandschaften. Die Erfolge für Naturschutz und Gesellschaft werden z.B. in Vorhaben von EUROPARC Deutschland wie „Renaturierung Alte Elbe Klieken“, im Junior Ranger- und im Freiwilligenprogramm sichtbar. Gleichzeitig sind einzelne Mitglieder mit Vorreiterprojekten wichtige Impulsgeber für die Entwicklung von Natura 2000 oder Wildnis in Deutschland. Ein Projekt zur Wildnis-Förderung, das Renaturierungsgebiet Langwarder Groden, konnten die Teilnehmenden im gastgebenden Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer während einer Fachexkursion erleben. „Nach Öffnung des Vordeiches stehen die Flächen wieder unter dem Einfluss von Ebbe und Flut. Damit haben wir dem Weltnaturerbe Wattenmeer wieder mehr Raum für natürliche Dynamik zurückgegeben. Schon jetzt erobern sich die Watvögel diesen Lebensraum zurück und lassen ihn zum ‚Hotspot‘ werden“, überzeugte Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks, die Fachkolleginnen und -kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden die amtierenden Vorstände, Guido Puhlmann, Leiter des Biosphärenreservats Mittelelbe und Vorstandsvorsitzender, Karl Friedrich Sinner, ehemaliger Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ und Hartmut Escher, Geschäftsführer des Natur- und Geoparks TERRA.vita, einstimmig in ihrem Amt bestätigt. „Wir werden die öffentliche Präsenz der Nationalen Naturlandschaften und Kooperationen mit starken Partnern in den kommenden Jahren weiter ausbauen“, gab Guido Puhlmann einen Ausblick auf die nächste Amtszeit. Der Internationale Naturpark Bourtanger Moor – Bargerveen und der Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. traten als neue Mitglieder dem Dachverband bei. Die EUROPARC-Mitgliedschaft begrüßte außerdem die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG sowie die Erlebnis Akademie AG als neue Fördermitglieder.

EUROPARC Deutschland e.V. ist der Dachverband der deutschen Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks. Der Verein ist Träger der Dachmarke Nationale Naturlandschaften.
www.europarc-deutschland.de

Kontakt:
Dr. Elke Baranek, EUROPARC Deutschland e.V., Pfalzburger Str. 43/44, 10717 Berlin; Telefon: 030-28878820; Mail: info@europarc-deutschland.de