Artenrückkehr im Wattenmeer dank freiwilligen Engagements

Durch langjährige Artenschutzmaßnahmen im Wangerooger Heidegebiet im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer haben sich Arten wieder etabliert, die über Jahrzehnte nicht oder kaum dort anzutreffen waren. Intensive Freiwilligeneinsätze haben daran großen Anteil.

So waren im Rahmen des EUROPARC-Projekts „Ungehindert engagiert“ 15 Beschäftigte des Stiftungsbereichs proWerk der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel für den Naturschutz auf Wangerooge im Einsatz. Mehrere der Teilnehmer mit zumeist psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen waren 2014 bereits zum dritten Mal dabei. Praktische Erfahrungen bringen sie vor allem durch ihre Tätigkeiten im Betheler Berufsbildungs- und Arbeitsbereich „Natur- und Landschaftspflege“ mit. Die jeweils mehrtägigen Freiwilligeneinsätze tragen nun Früchte: Streng geschützte und gefährdete Pflanzenarten haben sich wieder ausgebreitet – zum Beispiel durch das Entschlammen wertvoller Kleingewässer. „Jetzt wächst dort wieder der seltene Strandling aus dem Wasser“, beobachtet Norbert Hecker, zuständig für den Naturschutz auf Wangerooge. Die Betheler freuen sich sehr über den sichtbaren Erfolg.

Imke Zwoch von der Nationalparkverwaltung und Kerstin Emonds, Projektkoordinatorin von EUROPARC Deutschland, waren nach Bielefeld-Bethel gereist, um diese gute Nachricht zu überbringen und um den Freiwilligen Dank und Anerkennung für das große persönliche Engagement auszusprechen. Im Gepäck hatten sie unter anderem Outdoor-Jacken und Quartett-Kartenspiele mit Zugvögeln. Fünf Beschäftigten von Bethel/proWerk war zudem Losglück zuteil geworden, weil sie dem Freiwilligenprogramm „Ehrensache Natur“, das von EUROPARC Deutschland getragen wird, Rückmeldung über ihre Erfahrungen und Erlebnisse gegeben hatten.

Imke Zwoch, eine der 42 FreiwilligenkoordinatorInnen im Programm „Ehrensache Natur“, ist begeistert von der Arbeit und den Erfolgen der Freiwilligen: „Für uns ist das Team aus Bethel ein besonderer Glücksfall. Hier gehen Landschaftspflege-Profis ans Werk. Sie erledigen routiniert und ohne lange Einarbeitungszeit höchst effektiv mehr als das von uns geplante Pensum.“ Kerstin Emonds betonte ergänzend, bei dem Projekt würden Menschen, die es gewohnt seien, Hilfe zu bekommen, selbst zu Helfenden.

Im August 2015 startet der vierte ehrenamtliche Naturschutz-Einsatz auf Wangerooge . Die Naturbegeisterten fiebern der Arbeit in den Dünen entgegen. Teilnehmer Christian Ebke etwa meint: „Ich bin echt glücklich, dabei zu sein. Dabei wird man auch zum Experten für den speziellen Schutz der Natur auf der Insel.“

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Insgesamt 15 junge Frauen und Männer von Bethel/proWerk nehmen an dem Projekt „Ungehindert engagiert“ teil. Für das Projekt wurde EUROPARC Deutschland mit dem Förderpreis des Deutschen Naturschutzpreises 2013 ausgezeichnet. In der Maßnahme bekommen Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, sich freiwillig im Naturschutz zu engagieren. Gleichzeitig lernen die Freiwilligen viel über Flora und Fauna im Nationalpark. Für ihre Fortbildung wurden im Rahmen des Projekts Broschüren in Leichter Sprache entwickelt.

Weitere Informationen unter: www.ungehindert-engagiert.de

Foto: Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer
Der stark gefährdete, seltene Strandling (Littorella uniflora) breitet sich in entschlammten Heidegewässern der Insel Wangerooge wieder aus.