31.07.: World Ranger Day – „Danke“ allen Ranger*innen

Mit dem Ranger unterwegs im Nationalpark Kellerwald-Edersee – Foto: S. Schubert

Den ganzen Tag an der frischen Luft arbeiten und dabei wilde Tiere in der Natur beobachten – so stellen sich viele die Arbeit von Ranger*innen vor. Doch zu ihren Aufgaben gehört weit mehr, als mit dem Fernglas durch Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks oder Wildnisgebiete zu streifen. Anlässlich des World Ranger Day blicken wir auf die abwechslungsreichen und anspruchsvollen Tätigkeitsfelder der Ranger*innen in den Nationalen Naturlandschaften.

Die Tätigkeiten der Naturwacht, Naturschutzwacht, Nationalparkwacht – wie Ranger*innen auch bezeichnet werden – sind sehr vielfältig und hängen u.a. davon ab, welchen Schutzgebietstyp sie betreuen: Wege und Beschilderung instand halten, Tiere und Pflanzen kartieren, Besuchergruppen führen, Kinder- und Jugendgruppen beim Naturentdecken anleiten, das Einhalten der Schutzgebietsverordnung sicherstellen und viele weitere Aufgaben gehören zum Berufsbild der Ranger*innen.

Ranger*innen sind…

… Diplomat*innen und Lehrer*innen

Kindern die Natur nahe bringen, Nationalpark Eifel – Foto: G. Priske

Ranger*innen vertreten die Ansprüche des Naturschutzes und fördern in der Bevölkerung das Verständnis für den Wert der Natur. Sie sind Botschafter*innen der Natur, teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus ihrem beruflichen Alltag, machen aber auch auf Probleme und Missstände aufmerksam. Für den Schutz der Natur ist eine fundierte und umfassende Bildung unablässig. Die Ranger*innen erfüllen einen Bildungsauftrag, indem sie z.B. Gäste durch die Schutzgebiete führen, Schulklassen und Junior-Ranger-Gruppen betreuen und Freiwillige anleiten. So lernen Jung und Alt über die vielfältigen Zusammenhänge in der Natur und werden darin unterstützt, sich selbst für den Naturschutz einzusetzen.

… Forscher*innen

Naturkundliche Beobachtungen und die Dokumentation von Biotopen, Pflanzen und Tieren gehören zu den zentralen Aufgaben von Ranger*innen. Pegelstände messen, Gewässergüte kontrollieren, geschützte Pflanzenarten und Horststandorte kartieren, Vögel, Fledermäuse und Amphibien zählen, Verbissschäden dokumentieren – dies sind Beispiele dafür, wie Ranger*innen wichtige Kenntnisse über Natur und Landschaft gewinnen.

… Handwerker*innen und Landschaftspfleger*innen

Ob beschädigte Informationstafeln und Wegweiser, renovierungsbedürfte Picknickplätze oder notwendige Geländer: Auch bei der Wartung und bei Reparaturen im Gelände zeigen Ranger*innen vollen Einsatz und sorgen damit für die Sicherheit und Information von Besucher*innen. Für geschützte Tierarten zeigen sie ebenfalls ihr handwerkliches Können, indem sie z.B. Überwinterungsquartiere für Fledermäuse bauen und Amphibienzäune entlang von Straßen errichten. Bei vielfältigen Landschaftspflegeaufgaben, wie Orchideenwiesen-Mähen, Kopfweiden-Schneiden, Moore-Entbuschen und Hecken-Pflanzen ist ihr Fachwissen über Biotoppfege ebenso gefragt wie der professionelle Einsatz von Arbeitsgeräten.

… Schutzgebietshüter*innen

Zur Schonung der Natur gelten in Schutzgebieten Regelungen, die z.B. die wirtschaftliche Nutzung und Natursportarten auf ausgewählte Bereiche beschränken. Aus dem alltäglichen Leben wissen wir: Wo es Regeln gibt, gibt es leider auch Menschen, die diese brechen. Auf Kontrollgängen und -fahrten im Gebiet überwachen Ranger*innen die Einhaltung der geltenden Regeln und erfassen Ordnungswidrigkeiten.

 

Carsten Wagner, Vorsitzender des Bundesverbands Naturwacht e.V.:

„Fast jeder Mensch wünscht sich eine intakte Natur. Dazu gehört nicht nur, diese genießen zu wollen, sondern auch etwas dafür zu tun. Das mindeste ist es, zu verstehen, dass wir alle nur eine Art unter vielen sind, die diesen, unseren Planeten Erde brauchen, nutzen und für zukünftige Generationen bewahren müssen. Diese Verantwortung, die sich daraus ergibt, müssen wir erkennen, wahrnehmen und praktisch umsetzen. Viele Besucher unserer Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke tun das, doch leider erkennen nicht alle ihre Notwendigkeit. Weltweit bezahlen pro Jahr fast 100 Ranger ihre Vermittlerrolle zwischen Mensch und Natur mit ihrem Leben. Soweit sind wir in Deutschland glücklicherweise nicht. Doch verbale Angriffe, Drohungen und Sachbeschädigungen gehören auch hierzulande leider zum Berufsalltag vieler Ranger. Wir Ranger wünschen uns manchmal mehr Verständnis für unseren schönen, aber oft auch sehr harten Job.“

 

Hintergrund: Der „World Ranger Day“

Der World Ranger Day wird seit 2007 jedes Jahr am 31. Juli zelebriert, um die Arbeit von Rangern weltweit zu würdigen und verletzten oder gar im Einsatz getöteten Rangern zu gedenken. Im Rahmen dieses Tags der Solidarität – von der International Ranger Federation (IRF) ins Leben gerufen – werden in vielen Großschutzgebieten Informationsveranstaltungen und Führungen angeboten, die die Arbeit der Ranger*innen in der Öffentlichkeit bekannter machen.

Weitere Infos:

http://www.nationale-naturlandschaften.de/ranger-in-den-nationalen-naturlandschaften/

Flyer: Was sind Ranger*innen?

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